Dein Darm in Bewegung
Viele Menschen haben Probleme mit ihrem Darm und suchen medizinische Hilfe, wenn dieser auf Ernährung oder Dauerstress reagiert. Wenn du wissen möchtest, wie du seine Gesundheit zusätzlich unterstützen kannst, bist du hier richtig: Wir stellen dir eine kleine Darm-Gym Übungssammlung aus der Franklin-Methode vor, die dir helfen kann. Wähle die Übungen aus, die dir gefallen, und trainiere täglich. Schließlich ist der Darm das Tor der Energie-, Wirk- und Reglerstoffe zu den Zellen deines Körpers und verdient deine Aufmerksamkeit.
Was dein Darm für dich leistet
Der Darm ist ein wesentlicher Teil deines Verdauungssystems. Bei einem Erwachsenen ist er etwa 5,5 bis 7,5 Meter lang und besitzt durch seine Schleimhautfalten, Zotten und Mikrovilli eine Oberfläche von etwa 30 bis 40 m². Er erfüllt täglich viele Aufgaben:
- Verdauung und Nährstoffaufnahme,
- Regulierung des Wasserhaushalts,
- Unterstützung des Immunsystems sowie
- Bildung von Hormonen und Botenstoffen.
Den Darm abklopfen
Eine der einfachsten Übungen, um den Darm zu unterstützen, ist das Abklopfen. Dabei klopfst du mit entspannten Händen den gesamten Darm in Richtung des Verdauungsprozesses ab.
Beginne beim Blinddarm rechts unten. Gehe dann hoch bis zu den Rippen, quer über den Bauch zum Magen, links runter zum Dickdarm und zum Schluss um den Bauchnabel herum (Dünndarmbereich).
Während du klopfst, kannst du dir vorstellen, wie Entspannung, bessere Durchblutung und ein gutes Darmgefühl eintreten. Stelle dir vor, wie sich deine Darmmuskeln lösen und die Darmzotten „durchgeschüttelt“ werden, sodass dein Darm mehr Wohlfühl-Botenstoffe bilden kann.
Zum Abschluss streichst du sanft über den Darm zu den Beinen. So spürst du die Verbindung zwischen Darm und Unterkörper. Stelle dir vor, dass sich dein Darm gesund und elastisch anfühlt, so frisch wie eine bunte Frühlingswiese.
Die Eigenbewegung visualisieren
Dein Darm ist ständig in Bewegung. Dazu gehören die Eigenbewegung (Peristaltik), die Mitbewegung durch die Atmung sowie Verschiebungen, die durch deine Körperbewegung entstehen.
Die Darmzotten vergrößern die Oberfläche der Schleimhaut und ermöglichen die Aufnahme von Nährstoffen. Du kannst dir ihre Bewegung ähnlich Seetang im Meer vorstellen.
Wenn du beginnst, dir diese Beweglichkeit vorzustellen oder an sie zu denken, verändert sich oft auch dein Körpergefühl – und damit dein Umgang mit deinem Bauchraum.
Darmschweben
Da deine Organe Gewicht haben, beeinflussen sie auch den Beckenboden.
Du kannst ihn entlasten, indem du dir im Stehen oder Gehen vorstellst, dass im Bereich der rechten und linken Dickdarmbiegung (unter dem Rippenbogen) kleine Ballons befestigt sind, die nach oben schweben und den Darm dabei mitnehmen.
Diese Vorstellung kann Aufrichtung, Leichtigkeit und ein freieres Bewegungsgefühl unterstützen.
Viszerale Bewegung bei Seitbeugen
Bei Seitbeugen kannst du wunderbar visualisieren, was im Inneren passiert.
Denke während du dich nach rechts oder links neigst: Der Darm ist vergleichbar mit einem weichen Schwamm oder einer Ziehharmonika. Auf der Seite, zu der du dich beugst, wird er behutsam zusammengedrückt, während er sich auf der anderen Seite ausdehnen darf.
Starte mit einigen Seitbeugen nach rechts und stell dir jedes Mal vor, wie der Darm oder Schwamm auf der rechten Seite „ausgedrückt“ wird bzw. wie die Ziehharmonika zusammengeschoben wird. Was passiert auf deiner linken Seite: Was verändert sich für dich? Mehr Beweglichkeit? Mehr Raum?
Übe auch die Seitbeuge nach links.
Der Darm als innere Stütze
Wir treffen viele Entscheidungen aus dem Bauch heraus. Wenn du das Gefühl haben möchtest, dass dein Bauch dich nicht nur „reagieren“ lässt, sondern dich innerlich stützt, dann probiere diese Übung aus:
Im Liegen: Spürst du, wie dein Körper vom Boden getragen wird? Konzentriere dich auf den Dickdarm und stelle dir vor, wie seine aufsteigenden und absteigenden Teile auf jeder Seite deines Körpers liegen – von der Innenseite der Beckenschale bis unterhalb des Zwerchfells.
Stelle dir nun vor, der Dickdarm läge an der Rückwand des Körpers. Atme in den Dickdarm hinein und spüre, wie er sich beim Einatmen verkürzt und beim Ausatmen verlängert. Atme so lange in den Darm, bis du ihn wirklich spürst.
Strecke anschließend die Arme über den Kopf und stelle dir vor, wie sich der Dickdarm auf jeder Seite des Körpers zwischen Becken und Zwerchfell ausdehnt. Leg die Arme an die Seiten, spüre das Gewicht des Dickdarms und lass ihn nach unten sinken, als ob er durch den Körper auf den Boden sinken und dort ruhen könnte.
Stehe abschließend auf. Wie ist das? Fühlst du dich aufrechter? Mach danach eine beliebige Bewegung, z. B. im Einbeinstand einen Arm zur Decke. Kannst du fühlen, wie der Darm dich dabei unterstützt?
Der Darm und die Knochenrhythmen
Stelle dir die Beckenorgane im Stehen als zwei Softbälle vor. Einer ruht in der rechten, einer in der linken Beckenhälfte.
Während du die Beine beugst, rotieren die Beckenhälften einwärts. Stelle dir vor, wie sich die Softbälle – also die Organe und insbesondere der Darm – entgegengesetzt bewegen und auswärts rotieren. Dadurch werden die im Becken wirkenden Kräfte ausbalanciert.
Strecke deine Beine wieder. Nun kannst du dir vorstellen, dass die Beckenhälften nach außen rotieren und die Organe nach innen.
Wenn es schwerfällt, dir die Knochenrhythmen, also das Einwärtsdrehen der Beckenhälften, vorzustellen, schau dir dieses Video an, dort erklärt Eric Franklin sie im Detail: Was sind die Knochenrhythmen.
Fazit
Für Nährstoffe und Wasser ist dein Darm das Tor zu den Körperzellen. Er reagiert stark auf deinen Alltag und deine Ernährung. Durch Abklopfen kannst du deinen Darm beruhigen und ihm innere Bilder von Entspannung, Durchblutung und Wohlfühlbotenstoffen mitgeben. Kombiniere diese Technik mit kleinen Imaginationen zu Bewegung, Entlastung des Beckenbodens und viszeraler Mobilität. So wird dein Darm mehr als nur eine „Funktion“: Er wird zu einem Partner für dein Wohlbefinden – wie eine bunte Frühlingswiese.
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