Bandscheiben wooshen

    Hättest du’s gewusst? Deine Bandscheiben sind echte Multitalente – aber sie werden leider oft unterschätzt. In diesem Beitrag zeigen wir dir, warum diese faszinierenden Strukturen so wichtig für deine Wirbelsäule sind und wie du sie mit einfachen Bewegungen unterstützen kannst.

    Die drei Hauptfunktionen deiner Bandscheiben

    Der Kitt zwischen deinen Wirbelkörpern: Die erste Funktion der Bandscheiben ist strukturell unverzichtbar. Sie verbinden deine Wirbelkörper miteinander und halten deine Wirbelsäule buchstäblich zusammen. Man könnte sagen, sie sind der Kitt, der deine Wirbel an den richtigen Positionen hält. Ohne diese Verbindung würde deine Wirbelsäule einfach auseinanderfallen.

    Verbesserung deiner Beweglichkeit: Die zweite Funktion ist genauso wichtig: Bandscheiben erhöhen die Beweglichkeit zwischen deinen Wirbeln erheblich. Stell dir vor, du hättest zwei Wirbelkörper ohne Bandscheibe dazwischen – kaum eine Bewegung wäre möglich! Mit der Bandscheibe eröffnet sich dir eine viel größere Bewegungsfreiheit.

    Interessanterweise variiert die Beweglichkeit je nach Region deiner Wirbelsäule. Je größer die Bandscheiben im Verhältnis zu den Wirbelkörpern sind, desto größer ist die Beweglichkeit. Die größten Bandscheiben befinden sich in deiner Lendenwirbelsäule. Das Verhältnis von Bandscheibe zu Wirbelkörper ist jedoch in deiner Halswirbelsäule am günstigsten, weshalb dein Nacken der beweglichste Teil ist.

    Die dritte Funktion ist die Stoßdämpfung. Sie schützt dich vor Verletzungen und ist daher entscheidend für deine Sicherheit. Je mehr Zeit deine Bandscheibe hat, um einen Aufprall abzudämpfen, desto schonender ist dieser für deinen Körper. Das kennst du sicher aus dem Alltag: Eine sanfte, längere Bremsung mit dem Auto oder Fahrrad ist immer besser als eine abrupte.

    Jede Bandscheibe ist dabei ein wahres technisches Meisterwerk, denn sie wandelt eine Belastungsform in eine andere um – und dafür braucht sie Zeit. Diese zeitliche Komponente ist der Schlüssel zur effektiven Stoßdämpfung.

    Bandscheiben-Anatomie

    Um zu verstehen, wie die Stoßdämpfung funktioniert, musst du den Aufbau einer Bandscheibe kennen.

    Der innere Teil, der sogenannte Nucleus pulposus, besteht zu 70 bis 90 Prozent aus gebundenem Wasser von Makromolekülen. Diese gelartige Struktur wird auch Gallertkern genannt.

    Der äußere Teil (Anulus fibrosus) besteht hauptsächlich aus Kollagenfasern. Diese Fasern sind nicht zufällig angeordnet. Es gibt etwa 25 Schichten von Kollagen Typ 1, die in verschiedene Richtungen verlaufen. Dadurch ist eine Bandscheibe in der Lage, Belastungen aus allen Richtungen zu bewältigen.

    Hier kommt die Genialität der Natur zum Vorschein: Wenn du Druck auf eine Bandscheibe ausübst, wandelt sie diese Druckbelastung in eine Zugbelastung im äußeren Faserring um. Das ist wichtig, da deine Bandscheiben deutlich weniger Energie benötigen als Knochen, um zu bestehen.

    Warum? Weil sie nicht besonders stark durchblutet sind – und das ist tatsächlich ein Vorteil. Das bedeutet allerdings auch, dass deine Bandscheiben nur ernährt werden, wenn du sie im Wechsel belastest, entlastest und vor allem bewegst.

    Das Problem ist jedoch, dass wir in westlichen Ländern etwa 7,5 Stunden pro Tag sitzen. Das ist unglaublich viel. Wenn du zu viel sitzt, bekommen Teile deiner Bandscheiben zu wenig Nährstoffe, was zu den bekannten Problemen führt.

    Viele Menschen kennen die Bandscheiben nur als Vorfall. Aber sie  verdienen es, positiv betrachtet zu werden! Sie sind stark und widerstandsfähig wie ein Elefant. Das Wichtigste ist: Du kannst aktiv dazu beitragen, dass sie es bleiben.

    Wie du deine Bandscheiben unterstützt

    Wenn du deine Wirbelsäule bewegst, verschiebst du die Flüssigkeit in deinen Bandscheiben – und das fördert ihre Ernährung.

    • Bei der Vorwärtsbeugung wird die Bandscheibe im vorderen Bereich zusammengedrückt, also verteilt sich die Flüssigkeit nach hinten.
    • Bei der Rückwärtsbeugung passiert das Gegenteil: Die Flüssigkeit verteilt sich nach vorne.
    • Bei der Seitbeugung wird die Flüssigkeit zur Gegenseite verdrängt.

    Wenn du diese Bewegungen regelmäßig in alle Richtungen ausführst, versorgst du deine Bandscheiben optimal mit Nährstoffen.

    Wer Rückenschmerzen hat, hat möglicherweise eine schlechtere Stoßdämpfung in der Wirbelsäule – mit anderen Worten: eine steifere Wirbelsäule.

    Der Schlüssel zur Verbesserung ist Bewegung. Wenn du bewusst Bewegungen in alle Richtungen ausführst, trainierst du deine Stoßdämpfung. Jedes Mal, wenn du z.B. in die Hocke gehst oder joggen gehst und beim Laufen auf einem Fuß landest, arbeiten deine Bandscheiben.

    Bandscheiben wooshen – so machst du deine Bandscheiben glücklich!

    Deine Bandscheiben haben drei wichtige Aufgaben. Sie sind der Kitt deiner Wirbelsäule, verbessern deine Beweglichkeit und dämpfen Stöße ab. Mit einfachen, bewussten Bewegungen kannst du ihnen etwas Gutes tun und Rückenproblemen vorbeugen.

    Du brauchst keine komplizierten Übungen, sondern nur regelmäßige Bewegung der Wirbelsäule in alle Richtungen. Mach dir bewusst, wie sich die Flüssigkeit in deinen Bandscheiben verschiebt, indem du beim Vorbeugen denkst „Bandscheibenflüssigkeit nach hinten  – woosh“ beim Rückbeugen „Bandscheibenflüssigkeit nach vorne – woosh“ und beim Seitbeugen „Bandscheibenflüssigkeit whoost nach rechts bzw. links“. Du kannst die Bewegung der Flüssigkeit mit den Händen mitmachen, ähnlich als ob du in der Badewanne plantschen und das Wasser hin- und her bewegen würdest.

    Nutze dieses Wissen für deine Gesundheit. Wir wünschen dir Viel Spaß beim Bewegen und Entdecken, wie fantastisch deine Bandscheiben wirklich sind!

    Sharing ist Caring

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