Muskelverspannungen richtig vorbeugen

    Schmerzt eine Stelle im Körper, bildet quasi einen Knoten und verkrampft sich,  sagt man, sie ist verspannt. Diese Beschreibung löst aber die Verspannung nicht. Besser wäre daher, Verspannung als falsche Interpretation von Bewegung zu definieren. Verspannung entsteht,  wenn uns zu einem Zeitpunkt die Gelegenheit fehlt, uns auszutoben, zu dem alle Systeme des Körpers darauf getrimmt sind.  Zum Beispiel, wenn ein Vorgesetzter uns zu Unrecht tadelt. Hand aufs Herz: Am liebsten würden wir ihn ohrfeigen – diese  Reaktion hätte aber Folgen, die dazu führen, dass wir uns noch mehr verspannen, also  unterdrücken wir sie.  Statt die vor Wut zitternden Muskeln zu entladen, verlassen wir den Raum.  Dies ist eine vernünftige, aber  physiologisch völlig unzureichende Reaktion:  durchleben wir so etwas  öfter, setzt sie sich dies quasi in den Muskeln fest.

    Probiere folgende Möglichkeiten, dieses Problem zu lösen:

    1  Schlage zum Beispiel auf ein Kissen ein, sobald sich  nach so einem Gespräch die Gelegenheit bietet.

    2 Konzentriere Dich  in hitzigen Situationen auf die Mitte des Körpers, eine Handbreit unter dem Nabel. Mit etwas Übung  merkst Du,  dass Du dann  gelassener bleibst.

    3 Scanne im Alltag immer wieder Deinen Körper,  um festzustellen, welche Muskeln und Gelenke Du  übermässig anspannst. Schenke diesen Stelle etwas  Aufmerksamkeit, denke an lösen und lockern. So harmonischer Muskeln und Gelenke ausgerichtet sind, umso weniger lädst Du Dich mit unnötiger Bereitschaft auf.

    Aus: Franklin, Eric: Entspannte Schultern, gelöster Nacken, Kösel-Verlag, 6. Auflage, 2009.

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