Franklin-Methode – ein Dialog zwischen Körper und Geist

    Du treibst begeistert Sport, kommst aber technisch nicht so recht weiter und hast manchmal Schmerzen beim Training? Dann kann  Franklin-Methode richtig sein. Bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt. Die sportmotorischen Grundanforderungen Kraft, Koordination, Beweglichkeit, Ausdauer, aber auch der Geist werden trainiert.

    Das vielseitige Training  des Körpers mit der Hilfe des Gedankenmuskels beruht auf wissenschaftlich erklärbaren Grundlagen. So belegen Studien die Kraft der Erwartung und der Imagination zum Lindern oder sogar Heilen von Krankheiten, etwa Jerome und Julia Frank in ihrem Buch „Persuasion and Healing“. Es erschien 1993 bei Hopkins Paperbacks, USA. Ferner  Martin L. Rossmann`s in seinem  Buch „Guided Imagery for Self-Healing“.  Es erschien 2000 im Verlag H.J. Cramer, USA. Auch zur  Effizienz von Mentaltraining auf die sportliche Leistungsfähigkeit wird seit Jahren positiv berichtet. Auch über die Franklin-Methode gibt es zahlreiche Studien, die die Wirksamkeit beweisen.

     Konkret

    Die Franklin-Methode hilft dir, wie du   körperlich und geistig fit bleibst. Ferner unterstützt sie  dich dabei,  dich aufzurichten. Denn der Gründer, Eric Franklin,  ist   in der  Anatomie  und  in der Biomechanik sowie in der Trainings- und  Bewegungslehre   bewandert,  aber auch in der  Sportpsychologie.  Schließlich begibt man sich mit der Hilfe seiner  Imaginationen auf eine spannende Reise durch den Körper. Sie beginnt ganz außen, bei  den  Knochen, Muskeln und Sehnen  und fährt fort bis  auf die  Ebene der  Zellorganellen.

    Aufgrund einer  Lernspirale wirst du eigenständig.  Diese besteht vereinfacht daraus,  dass du lernst, dir überlegen, wo du beispielsweise im Moment  beim Ausüben einer Asana stehst, wo  du hin möchtest und welches der nächste Lernschritt dorthin wäre. Sportler, die sich mit Franklin-Methode befassen, gewinnen darüber automatisch an Selbstvertrauen. Zum einen fühlen sie sich jederzeit kompetent, eine Bewegung zu ihrem Besten auszuführen.  Und wer den eigenen Körper dank Franklin-Methode gut gebraucht, dessen Bewegungen wirken auch positiv auf die Mitmenschen, es kommt lobendes Feedback.

    Die folgenden Beispiele aus der Franklin-Methode füllen das Gesagte mit Beispielen aus der Praxis und  sie zeigen die faszinierende Vielschichtigkeit. Sie sind wie eine Werkstatt zu sehen, aus der du dir die Werkzeuge, die du benötigst beliebig und jederzeit  holen kannst, sie kombinieren, aber auch einzeln verwenden und wieder zurücklegenkannst.

    Kondition und Gleichgewicht:

    Stelle deine Füße etwa hüftbreit, parallel zueinander auf Franklin-Bälle und lass die Arme zunächst seitlich herunterhängen. Nun federe einige Male  in den Knien und schwinge dabei die Arme gleichmäßig vor und zurück. Beobachte deinen Atem, während du die Arme weiter schwungvoll nach vorn und zurückfliegen lässt.  Folgt dein Atem der Bewegung?  Beobachte dich selbst.

    Gedanken

    Wir beeinflussen den Körper mit unseren Gedanken. daher bedürfen wir der  Gedankenflexibilität und der Fähigkeit, ungebetene Gedanken loszulassen. Jeder kennt es, dass er wütende Gedanken im Kopf bewegt. Doch auf die Dauer schaden diese dem Körper, denn unsere Körperhaltung bei Wut ist eine andere als die,  wenn wir glücklich sind. Lebe dann einen Gedankenstopp ein und überlege, wie du dich eigentlich fühlen möchtest. Etwa locker und entspannt. Und steige dann mit dem gewählten Bild oder Ziel wieder in die Tätigkeit ein.

    Behalte die wohltuenden Gedanken und lasse die anderen gehen. Nimm dir vor, dein Körper ist ganz ruhig und unberührt, wie eine ausgedehnte Sandfläche. Jeder kommende Gedanke kann potenziell den Sand aufwühlen. Verändern deine Gedanken den ruhigen Zustand deines Körpers? Stell dir etwas sehr Angenehmes vor, eine erfreuliche Situation. Wühlt dies die Sandfläche auf?  Halte eine unangenehme Situation vor dem inneren Auge fest und beobachte die Wirkung auf die Sandfläche. Bleibt der Sand glatt und ungestört?  Lasse den Gedanken nun freien Lauf. Bleibe gedanklich bei dem Sand und schau, ob es möglich ist, dass er unberührt bleibt. Du hast zwar Gedanken, aber der Sand bleibt unberührt.

    Aufrichtung

    Der Aufrichtung dienen die neun Aktionslinien. Dem Wissen um diese Linien ist Eric während seiner Ausbildung zum Tänzer begegnet. Er hat es aus der „Ideokinese“ in seine Arbeit übernommen. Die Ideokinese wurde von Mabel Todd in den 30er-Jahren des 19. Jahrhunderts entwickelt. ‚Idea’ ist ein altgriechisches Wort. Man könnte es mit den Begriffen Form, Gestalt, Idee oder Vorstellung übersetzen. ‚Kinesis’ bedeutet Bewegung. Mabel Todd, die als Stimmlehrerin in New York arbeitete, wurde in jungen Jahren durch einen Unfall bewegungsunfähig. Todd schaffte es mit der Hilfe ihrer Vorstellungskraft, wieder gesund zu werden. Sie fasste ihr Wissen in dem Buch ’The thinking Body’ zusammen.  Mithilfe der Aktionslinien lässt sich die Körperhaltung stets selbstständig korrigieren. Man stellt sich eine Bewegung oder einen Kraftstoß entlang der Linie vor. Man verlängert oder verkürzt sie in der Vorstellung – je nach Situation:

     

    1. Aktionslinie (sie verläuft vom ersten Halswirbel, dem Atlas, zum Steißbein): Im Stehen, Sitzen oder Liegen denken wir uns, dass ein angenehm warmer Wasserstrahl über unseren Rücken fließt. Das löst Verspannungen im Rücken und in der Lende und verlängert die Wirbelsäule.

     

    1. Aktionslinie (sie verläuft von der Schambeinfuge zum 12. Brustwirbel): Wir liegen auf dem Rücken. Die Beine sind angewinkelt. An der Schambeinfuge und vorne am 12. Brustwirbel befindet sich je eine kleine Kugel. Die beiden Kugeln bewegen sich entlang einer Verbindungslinie aufeinander zu. Die Kugeln treffen sich im Mittelpunkt dieser gemeinsamen Linie. Die Beckenstellung verbessert sich, die Lendenwirbelwirbelsäule und das Kreuzbein werden entlastet.

     

    1. Aktionslinie (sie verläuft vom oberen Ende des Brustbeins zum Atlas): Wir stellen uns vor, wir stehen bis zum Hals im Wasser. Das Brustbein ist aus Korkmaterial. Es wird in Richtung Atlas getragen. Das richtet den Brustbereich auf und entspannt den Schulter- und Brustbereich.

     

    1. Aktionslinie (der Brustkorb). Im Stehen oder Sitzen denken wir uns, der Brustkorb sei ein Schirm, dessen Spitze das obere Ende der Wirbelsäule ist. Der Stock des Schirms ist unsere zentrale Achse und der Griff am unteren Ende ist das Becken. Wir sehen nun, wie sich bei jedem Einatmen der Schirm öffnet. Beim Ausatmen legt sich der Schirm wieder um die zentrale Achse, also um seinen Stock, zusammen. Das verbessert die Beweglichkeit der Gelenke, die an der Atmung beteiligt sind.

     

    1. Aktionslinie (die Beckenrückseite). Im Liegen mit aufgestellten Beinen: Wir stellen uns vor, das Becken sei ein japanischer Fächer, der zusammengefaltet ist. Wir sehen nun, wie das Kreuzbein als Fächer aufgeht und sich seitlich ausweitet. Die beiden oberen Eckpunkte des Fächers entfernen sich voneinander. Die Muskulatur hinten am Becken entspannt sich.

     

    1. Aktionslinie (die Beckenvorderseite): Wir stellen uns im Stehen vor, wir hätten eine sehr enge Jeans an, die vorne einen Reißverschluss hat. Wir sehen nun zu, wie von magischer Hand der Reißverschluss langsam und mit erheblicher Schwierigkeit nach oben gezogen wird. Es entsteht mehr Spannung vorne am Becken.

     

    1. Aktionslinie (sie verläuft vom Kniezentrum zur Hüftgelenkspfanne): Wir Liegen mit aufgestellten Beinen auf dem Boden und stellen uns vor, wie der Oberschenkelknochen tiefer in die Hüftgelenkspfanne hinein sinkt. Wir erreichen dadurch mehr Kontrolle der Oberschenkelbewegung vom Hüftgelenk her. Die Balance des Beckens auf den Oberschenkelköpfen verbessert sich.

     

    1. Aktionslinie (sie verläuft vom Großzehenballen zur Fußmitte): In unserer Vorstellung verkürzt sich diese Linie. Sie zentriert die Kräfte durch das Fußgelenk und trägt dazu bei das Laufen auf der Innen- und Außenkante des Fußes zu beheben.

     

    1. Aktionslinie (die zentrale Körperachse): Wir stellen uns im Stehen vor, dass kleine prickelnde Champagnerbläschen vorne an der Wirbelsäule nach oben steigen. Wir richten uns dadurch auf.

     

    Reise ins Körperinnere

    In der Franklin-Methode gibt es die  „konstruktive Ruheposition“. Der Körper wird darin ohne Bewegung trainiert. Vielmehr besteht die Nachricht  an den Körper jetzt aus reinen Bildern, mit dem Ziel, die Körperausrichtung zu verbessern: Lege dich flach auf den Boden, mit angestellten Beinen. Nun werden  Spannungen  von selbst gelöst und da es jetzt leicht ist, die Position zu halten, kannst du dich auf die Gedankenbilder konzentrieren.  Spürst du bei dem ein- oder anderen Bild eine Reaktion, solltest du bei diesem Bild verweilen. Die Reaktion kann eine vertiefte Atmung, die Entspannung eines Muskels oder  eines Gelenks sein.

    Atmung:  Schau dem Atem einfach zu, wie er in den Körper hinein- und hinausfließt.  Beim Einatmen denke, dass du bekommst, was du benötigst: Vertrauen, Kraft, Beweglichkeit, Kreativität, Ausrichtung und Entspannung.  Beim Ausatmen atmest du Unsicherheit, Verspannungen  und Schmerzen aus.  Anschließend richtest du deine Aufmerksamkeit darauf,  beim Einatmen Energie aufzunehmen. Beim Ausatmen gibst du Anspannung ab. Schließlich beobachtest du deinen Atem, ohne dabei an etwas zu denken.

    Knochen: Der Oberschenkelknochen ist ein Besenstiel und er sinkt stetig tiefer in die Hüftgelenkspfanne hinein.

     Muskeln: Der gesamte Rücken breitet  sich wie schmelzende Butter auf dem Boden aus.Achte  dabei  besonders auf den Nacken, auf den Bereich zwischen den Schulterblättern, auf den unteren Rücken und auf die Rückseite des Beckens. Es ist am Einfachsten, sich das Ausbreiten während des Ausatmens vorzustellen. Aber den Atem  dabei nicht beeinflussen. Sondern einfach  auf die nächste Ausatmung warten und beobachten, wie sich der  Rücken  ausdehnt.

    Organe und Blutgefäße:  Die Gefäße, die das Herz versorgen, werden von einem eifrigen Team  Gefäßputzspezialisten und -spezialistinnen gereinigt.  Diese durchwandern sämtliche Gefäße des Herzens. Und sie haben ein eigens für diese Arbeit konstruiertes Arsenal an Reinigungsinstrumenten dabei. So sorgen sie für Geräumigkeit in den Adern und für spiegelglatte Gefäßwände, an denen das Blut widerstandslos entlang fließt.

    Zellen: Stell dir vor, deinen Zellen sind wie Tausende kleiner Luftmatratzen die im Meer der Flüssigkeit schwimmen, die sie umgibt. Die Zellen schweben auf dem Meer, ruhen auf diesem Meer. Sie sind gelassen und entspannt, es herrscht Feriengefühl in allen Geweben. Unterstütze diesen Zustand durch die  mentale Formel: „Meine Zellen ruhen, meine Zellen regenerieren.“

    Zellorganellen: Nun tauche noch tiefer in das Innere der Körperzellen. Dort befinden sich die Zellorganellen, das sind Miniaturfabriken und  Basis für alle  lebenswichtigen Prozesse. Die innere Atmung, der Stoffwechsel, die Produktion von Proteinen und Enzymen – all dies findet in den Organellen statt. Die größte Organelle ist der Zellkern, daneben gibt es die Mitochondrien, die Lysosomen, die Ribosomen, die  Peroxisomen, den Golgi-Apparat und das endoplasmatische Retikulum. Stell dir die Zellen als kleine Sonnensysteme vor, als eigene Systeme mit einer zentralen Sonne (dem Zellkern) und den ihn umkreisenden Planeten, den Organellen. Stell dir vor, wie die Planeten in harmonischem Zusammenspiel mit der Sonne stehen. Alle Kräfte in diesem System harmonieren.

    Fazit

    Stets führen viele Wege nach Rom. Um von der Franklin-Methode zu profitieren musst du regelmäßig trainieren und dir das für dich passende aus dieser Arbeit heraus suchen.  Doch wenn du lernst, das Echo des Körpers auf ein  Bild oder inneres Gespräch zu spüren, so hast du  bereits  wirksam formuliert und imaginiert und verfügst mit dem Gedankenmuskel über ein Werkzeug, das dich im Sport und auf allen anderen  Ebenen des Mensch-Seins unterstützt.

     

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